Etappenfahrt der RTF Fahrer zum Mont Ventoux / Frankreich

13.08.2011 Anreise Malaucene
Die Anreise erfolgte in einem VW-Bus mit Anhänger für die Räder sowie zwei PKW. Die Fahrt betrug zwischen 10 und 12 Stunden.
Nach der Ankunft wurde umgehend das Hotel bezogen und um 20:30 Uhr zu Abend gegessen. Bei Temperaturen bis zu 35 Grad war die Freude über ein kühles Bier groß. Im weiteren Verlauf wurde auch dem Rotwein gut zugesprochen.
14.08.2011 1. Etappe Malaucene – Dieulefit 95km 1.033hm
Nachdem die Autos geparkt, der Anhänger entladen und ein kleines Frühstück eingenommen war, ging es um 10:20 Uhr los. Die anfänglich dicken dunklen Wolken lockerten sich bald auf. Kurz nach dem Ortsausgang kam gleich der erste Anstieg gefolgt von einer flotten Abfahrt durch eine wunderbare Landschaft. Anschließend ging es immer wieder mehr oder weniger hoch. In Villedieu wurde Rast gemacht. Gestärkt durch Bananen, Kekse und Frikadellen ging es zügig Richtung Dieulefit und das Hotel war bald erreicht. Da auf der Hotelterasse vor dem Abendessen keine Getränke mehr serviert wurden ging es mit dem Rad direkt in den Ortskern. Vor einem netten Café wurden in geselliger Runde die Erfahrungen des ersten Tages ausgetauscht.

15.08.2011 2. Etappe Dieulefit – Lamotte-Chalancon 95km 1.127hm
Erneut ging es wieder gegen 10:20 Uhr los und die erste Steigung hat nicht lange auf sich warten lassen. Nach rund 40 Minuten ging es in den ersten langen Anstieg. Erst eine dreiviertel Stund später war der Gipfel erreicht und es folgte die rasante Abfahrt nach Bourdeaux. In Bourdeaux dann die Überraschung. Am Feiertag gibt es hier einen mittelalterlichen Markt. Das Begleitfahrzeug muss einen Umweg fahren um wieder zu uns zu gelangen. Auch stellt sich der erste Defekt mit einem Platten bei Mark ein. Der Schlauchwechsel bringt nur kurze Abhilfe. Nachdem das Begleitfahrzeug kurz hinter Bourdeaux wieder auf die Gruppe wartet, misslingt der Versuch den Reifen wieder auf den vollen Druck zu bringen. Ein Felgenwechsel bringt die ersehnte Lösung und es geht für alle weiter in den nächsten und härtesten Anstieg des Tages. Trotz der Anstrengung verliert keiner die einmalige Landschaft aus den Augen. Die Straße ist eng und wird durch den einen oder anderen Felsdurchbruch geziert. Die Abfahrt ist rasant, die Schlucht sehr schmal mit aufragenden Felswänden links und rechts. Anschließend geht es auf den letzten Etappenteil, der leicht ansteigend durch einen Canyon führt. Da das Begleitfahrzeug zum Tanken musste, werden langsam die Trinkvorräte knapp. Erlösung schaffen urige Bars in der Einsamkeit am Straßenrand. Anschließend geht es ins Hotel, was äußerlich nicht die größten Erwartungen weckt, im Inneren aber auf dem neuesten Stand ist. Zum Abendessen wird die ganze Mannschaft mit zwei Fahrzeugen auf einen Hof in den Bergen verfrachtet. Es gibt ein schönes Abendessen, am großen Tisch, wie man es sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Für alle ein einmaliges Erlebnis. Gekrönt wird der Abend durch das örtliche Schwimmbadfest mit Livemusik und guter Stimmung.

16.08.2011 3. Etappe La Motte-Chalancon
Nach dem Start geht es direkt in den ersten Anstieg. Mark nutzt die einzige Chance auf einen Ruhetag und unterstüzt Julia beim Versorgen der Mannschaft. Diesmal verlässt Matthias das Glück und er fährt den Schlauchreifen seiner Ultraleichtfelge platt. In St. Nazaiere-le-Desert werden die Wasservorräte ergänzt und der Reifen wieder auf Druck gebracht. Leider wieder defekt. So muss jetzt auch Matthias die Felge wechseln. Jetzt geht es in den Zweiten, von heute vier Anstiegen. Die Straßen sind schmal, es gibt kaum Autoverkehr und die Straßen sind absolut idyllisch. Das Thermometer knackt schon direkt wieder die 300C Marke. Am Colle de Pennes wird Pause gemacht und Getränke aufgefüllt. Der Supermarkt hatte heute leider keine Bananen im Angebot. Dafür wird sich mit selbstgebackenen Keksen gestärkt. Nach kurzer Abfahrt geht es direkt in den nächsten Anstieg, noch eine kurze Abfahrt und es folgt mit dem Col de Premol der letzte Anstieg und höchste Berg des Tages. Die Hitze macht allen zu schaffen. Für Gerd reicht es heute. Er steigt ins Versorgungsfahrzeug und schnauft durch. Auf der Passhöhe brauchen alle wieder eine Erfrischung. Aus dem Bordkühlschrank wird Cola gereicht. Anschließend gehen wieder alle, inklusive Gerd, in die Abfahrt und kehren erschöpft aber glücklich nach La Motte-Chalancon zurück. Jeder freut sich jetzt wieder auf das Abendessen der besonderen Art auf dem Berghof. Auch die örtliche Bar verzeichnet heute Abend wieder Rekordumsätze.

17.08.2011 4. Etappe La Motte-Chalancon – Reilhanette 106km 2.153hm
Die Mannschaft steht heute wieder komplett am Start. Matthias hat in einer Nacht und Nebelaktion sein Rad gewartet, einen neuen Zug eingezogen und auch das Laufrad in Stand gesetzt. Auch Mark kann wieder auf sein eigenes Hinterrad und auf neu geschöpfte Kraft des Ruhetages vertrauen. Die ersten Kilometer sind angenehm. Es geht abwärts in Richtung Canyon von Tag 2. Nach nur 20 Minuten geht es in den ersten langen Anstieg zum Col de Soubeyrand. Der Körper kommt schnell auf Arbeitstemperatur. Auch dieser Tag knackt jetzt direkt schon wieder die 300C. Es folgt eine rasante Abfahrt und der nächste, kurze Anstieg zum Col de Peyruergue. Wieder eine kurze Abfahrt und es geht in den Anstieg zum höchsten Berg des Tages, der Col de Perty mit 1.302 hm. Jeder Höhenmeter unter sengender Sonne kostet Körner. Vereinzelt stehen Schatten spendende Bäume am Straßenrand. Es ist einfach nur heiß. Das Wasser verdampft nur noch. Oben gibt es eine Pause. Äpfel helfen bei der Stärkung. Die Abfahrt ist kurz und wird durch Rollsplitt verleidet. Nun geht es direkt wieder hoch auf den Col St. Jean. Gibt es heute gar keine Erholung mehr? In Sederon wird vor einem kleinen Laden Rast gemacht. Bis die Letzten kommen ist die Cola ausverkauft und nur noch in 2-Literflaschen verfügbar. Beim Vernichten von Limonade und Eis helfen wir jetzt auch gerne. So manchem reicht es für heute. Gerd ist bereits im Anstieg zum Col de Perty in den Bus gestiegen. Der Col de Macuegne muss jedoch noch bezwungen werden. Die Heldenhaften nehmen auch noch den Col de l’Homme Mort unter die Räder. Der Anstieg zieht sich wieder und der Pass wird vom einen oder andren nur mit letzter Kraft erreicht. Jetzt geht es wirklich in die letzte wunderschöne Abfahrt. In Reilhanette wartet ein nettes Hotel mit mehrfach ausgezeichneter Küche auf uns.

18.08.2011 5. Etappe Reilhanette – Villes-sur-Auzon 61km 524hm
Da morgen auf den Mt. Ventoux geht und die beiden vorhergehenden Tage einige Körner gekostet haben, wollen wir es heute ruhiger angehen lassen und kürzen ab. Die Unerschrockenen werden auch heute wieder auf rund 100 km kommen. Es geht erst in nördliche Richtung um eine Schleife zu fahren. Die erste Steigung ist moderat und stellt keine großen Anforderugen. Die Unerschrockenen radeln weiter in nördlicher Richtung, alle anderen biegen nach links ab in die kurze, aber schöne Abfahrt. Wir kommen jetzt wieder an Reilhanette vorbei und es geht in südlicher Richtung weiter. Heute wird der Mistral das Problem. Wir kämpfen gegen heftigen Gegenwind. In Sault machen wir Pause und auch die Unerschrockenen stoßen wieder zu uns. Gemeinsam fahren wir jetzt den Anstieg zum Einstieg in die Schlucht Gorges … . Am Aussichtspunkt wird pausiert und ein Gruppenfoto gemacht. Jetzt geht es bis Villes-sur-Auzon nur noch abwärts durch die malerische Schlucht. Die Straße ist gesäumt von Felsdurchbrüchen und Tunneln und gehört uns fast alleine. Viel zu schnell sind wir am Ziel. Zum ersten und einzigen Mal müssen wir uns auf verschiedene Unterkünfte aufteilen. Das Spektrum reicht von der nobelen Unterkunft mit eigenem Swimming Pool bis zur umgebauten Garage. Beim Abendessen sind wieder alle zusammen und es findet in fast privater Atmosphäre mitten auf dem Bürgersteig statt.
19.08.2011 Villes-sur-Auzon – Malaucene
Der große Tag ist gekommen. Trotz vorgezogenem Frühstück ist es schon wieder extrem heiß. Heute geht es auf den Mt. Ventoux. Wir radeln erst in Richtung Bedoin, dann geht es in den Anstieg. Nach kurzer Pinkelpause rutscht Mark beim Versuch wieder in das Klickpedal zu kommen das Vorderrad weg und er schlägt lang hin. Zum Glück nichts gebrochen. Weiter geht es. Vor dem eigentlichen Anstieg steht Julia noch einmal bereit und versorgt uns mit Getränken. Jetzt zählt es. In etlichen Windungen geht es im Wald bergauf. Die Einsamkeit ist vergessen. Unzählige Radfahrer wollen den Berg erobern oder sind bereits in der Abfahrt. Dazwischen Autofahrer, die sich über die ganzen Verrückten nur noch wundern. Die Steigung ist anspruchsvoll, 20 km lang und fordert Tribut. Da Mark den linken Arm nur noch unter Schmerzen belasten kann, gibt er auf. Auch Gerd hat mit der Hitze und dem heftigen Anstieg so seine Probleme. Die anderen klettern mehr oder weniger schnell dem Gipfel entgegen. An der Kreuzung ist die Baumgrenze erreicht. Zum Glück gibt es heute keinen Gegenwind. Leichter Rückenwind unterstützt jeden Einzelnen. Martin gewinnt die Bergwertung. Nach und nach kämpfen sich alle auf den Berg. Oben sind es immer noch fast 300C. Alle sind glücklich es endlich geschafft zu haben. Im Café wird Pause gemacht, dann geht es in die Abfahrt nach Malaucene. Viel zu schnell sind alle unten und die Räder müssen wieder verladen werden. Unter Uwes Leitung verpackt ein ausgewähltes Packteam sicher alle Räder. Jetzt ist nur noch relaxen und das eine oder andere Bier angesagt.
20.08.2011 Malaucene – Frankfurt/Main
Direkt nach dem Frühstück wird die Heimfahrt angetreten und die ersten erreichen gegen 18:00 Uhr Frankfurt.
Vielen Dank für den Bericht
an Mark Preuss